THL Unwetter - Hochwasser im Gemeindegebiet

Wie bereits von Meteorologen angekündigt, kam es zu einem Unwetter mit Starkregen, der im Landkreis Berchtesgadener Land vor allem die Gemeinden um den Högl und den Teisenberg betraf.

Die Gemeinde Ainring war hiervon massiv betroffen, das Unwetter übertraf die Hochwasser von 2002 und 2013 nochmals deutlich. Eine noch nicht erfasste Anzahl an Einsätzen mussten abgearbeitet werden. Der erste Einsatz eine Überflutung im Bereich der Schwimmbadstraße konnte noch von etwa 01.00 Uhr bis 04.00 Uhr gehalten werden. Bereits in dieser Phase wurden die neuralgischen Punkte in unserer Gemeinde durch Kontrollfahrten geprüft. Da aber massiver sinflutartiger Dauerregen ab der zweiten Nachthälfte einsetzte, überschlugen sich ab 04.00 Uhr fast die Ereignisse. Der Mühlstetter Graben, die Kleine Sur, der Wiesbach und kleinere Bäche traten deutlich über die Ufer. Als Einsatzschwerpunkt stellte sich die Orte Ainring, Hammerau, Ed und An der Straße, Thundorf, Thundorfer Mühle, Ottmaning, Moos, Gessenhart und Mühlreit, Breitwies und Wiesbach heraus. Im laufe des Tages verlagerten sich die Einsätze weiter nach Perach und Heidenpoint, die Hochwasserwelle erreichte am späten Nachmittag dann die Stadt Freilassing. In Ottmaning kam es am frühen Morgen zu einem Murenabgang, bei dem ein Auto betroffen war, jedoch glücklicher Weise niemand verletzt wurde. Am Nachmittag meldeten und Bewohner den Abriss eines Hanges im Bereich des Ortsteils Hofer. Hier mussten kurzzeitig 10 Bewohner evakuiert und in eine Ersatzunterkunft gebracht werden. Ein Geologe wurde hier hinzu gezogen. Kontrollflüge mit einer Drohne des Landratsamtes erfolgten. Viele Straßen im Gemeindegebiet waren nicht mehr passierbar und mussten gesperrt werden. Vor allem die Bundesstraße B304 wurde auf einer länge von 500 Meter stark überflutet. Hier wurden an einer Brücke mehr als 30 Silo Rundballen angeschwemmt und verklausten eine Brücke. Um die Einsätze zu erledigen wurden weitere Kräfte nachalarmiert. Vor allem unsere Nachbarfeuerwehren die selbst noch nicht betroffen waren, aus Freilassing, Piding, Saaldorf, Surheim, Laufen mit dem Löschzug Leobendorf eilten uns zu Hilfe.

An unserer Wache wurde die Rückwärtige Führungsebene für den nördlichen Landkreis aufgerufen und am frühen Morgen wurde durch das Landratsamt Berchtesgadener Land die "Große Schadenslage" für die betroffenen Gemeinden ausgerufen. Der Kreisbrandrat Sepp Kaltern übernahm die Gesamteinsatzleitung. Die Führungskräfte der Einsatzorganisationen errichteten an unserer Feuerwache ihre Führungsstellen.

In der weiteren Folge kamen uns Kräfte der Feuerwehren aus Berchtesgaden, Bischofswiesen, Bad Reichenhall, Marktschellenberg, Königssee, Schönau, Ramsau, Weissbach an der Alpenstraße sowie das Technische Hilfswerk Berchtesgadener Land zu Hilfe. Am Kieswerk Moosleitner in Surheim wurde ein Sandsackfüllplatz eingerichtet. Das Bayerische Rote Kreuz Berchtesgadener Land, sowie eigene Kräfte übernahm die Verpflegung der Einsatzkräfte für die betroffenen Gemeinden. Transportkapazitäten wurden durch Versorgungsfahrzeuge der Feuerwehr, des THW, LKW´s der Gemeinde Ainring und von Nachbargemeinden geschaffen. Die Gemeinde Verwaltung, mit Hochbauamt, Tiefbauamt, Ordnungsamt mit unserem Erster Bürgermeister Martin Öttl, sowie der Bauhof waren den ganzen Tag zusammen mit uns im Einsatz. Im laufe des Nachmittags, kamen weitere Kräfte des Hilfeleistungskontingents der Feuerwehr des Landkreises Altötting zur Unterstützung. Hand in Hand konnte die große Welle der Einsätze bis etwa 22.00 Uhr abgearbeitet werden. Das große Aufräumen beginnt heute.

An dieser Stelle bereits von der Feuerwehr Ainring einen großen Dank an alle Helfer, die Feuerwehren aus unserem Landkreis und dem Landkreis Altötting, dem THW BGL, dem BRK-BGL, der Integrierten Leitstelle Traunstein, der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister, dem Landratsamt,dem Bauhof der Gemeinde Ainring und den Nachbargemeinden. Ohne Euch hätten wir das bis jetzt nicht geschafft.